|
Ich wollte etwas über das Essen schreiben, angelehnt an Ibn Rajab al-Hanbalis Jamiul Ulum wa'l Hikam:
Abu Karima al-Miqdam ibn Ma'd Yakarib (r) berichtet, dass er den Propheten (s) folgendes sagen hörte: "Der Mensch füllt kein schlimmeres Gefäß als den eigenen Magen. Dem Sohn Adams genügen einige (wenige) Bissen, um ihn am Leben zu erhalten. Doch wenn es unbedingt sein soll, dann sollte er ein Drittel (des Magens) für das Essen, ein Drittel für das Trinken und ein Drittel (leer lassen und) für leichtes Atmen (zur Verfügung stellen)." [Tirmidhi, Ibn Maja, Ahmad, Taberani, Ibn Hibban, Hakim...]
Ibn Rajab sagt in seinem Sharh sinngemäß dazu:
Wenn wir nun von den Vorteilen sprechen, die diese Angelegenheit für das Herz bietet: Ohne Zweifel, das Verringern des Essens führt dazu, dass das Herz sich verfeinert, dass das Verstehvermögen sich erhöht, dass der Nafs gebrochen wird, dass die Lust und Laune (hawa) und der Zorn und die Wut verringert werden. Das Vermehren der Nahrung führt zum gegenteiligen Effekt.
Eines Tages befragte Marwazi (rh) Ahmad Ibn Hanbal (rh) über das Essen: "Kriegt der Mensch Belohnung dafür, dass er seine Lüste verlässt?" Da sagte Ahmad Ibn Hanbal: "Und wie sollte er nicht dafür belohnt werden! Ibn Umar (r) sagte doch: 'Ich habe seit vier Monaten meinen Magen nicht gesättigt.'"
Zu dieser Überlieferung:
Ibn Sirin (rh) erzählt: "Jemand fragte Ibn Umar (r): 'Soll ich dir einen Verdauer bringen?' Daraufhin sagte Ibn Umar (r): 'Was ist das?' Der Mann antwortete: 'Das ist etwas, das die schnelle Verdaung von Essen verhindert.' Ibn Umar (r) erwiederte: 'Ich habe seit vier Monaten meinen Magen nicht gesättigt. Und das habe ich nicht gemacht, weil ich es nicht konnte (aus finanziellen Gründen). Ich war jedoch mit so einer Gesellschaft zusammen, welche den Hunger so vorgezogen hat, wie ihr das Sattsein vorzieht.'"
Amr b. Kays sagte: "Hütet euch davor, eure Mägen bis oben hin zu füllen. Denn dies macht die Herzen hart."
Abid Kasim sagte: "Es wurde gesagt: 'Ein Diener, dessen Nahrung sich verringert, dem wird mit Sicherheit eine Verfeinerung des Herzens und volle (getränte) Augen zuteil.'"
Es wird von Abu Imran al-Juwani berichtet, dass er sagte: "Es wurde gesagt: 'Wenn jemand will, dass sein Herz mit Licht (nur) beschenkt wird, so soll er das Sättegefühl verringern."
Abu Sulayman ad-Darani sagte: "Wenn der Nafs hunger uns durst spürt, dann wird das Herz weich und rein. Und wenn der Nafs die Sättigung erreicht und der Durst gestillt wird, dann wird auch das Herz blind."
Hasan b. Yahya al-Hashani sagte: "Wenn jemand will, dass sich seine Tränen vermehren und sein Herz erweicht, dann soll er seinen Magen mit Essen und Trinken nur bis zur Hälfte füllen.
Imam ash-Shafii (rh) sagte: "Seit 13 Jahren bin ich nur einmal ein ganz klein wenig satt geworden [...] Denn satt zu sein macht den Körper schwer, erschwert das Verständnis, lädt zum Schlafen ein und schwächt ihn gegenüber der Ibada."
O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!
| |