Hadhrat Ali spricht: „Ich wundere mich über einen Muslim, zu dem sein muslimischer
Bruder kommt und um Hilfe bittet und er ihm diese Hilfe gewährt, sich dann aber
nicht als jemand sieht, der gutes tut. Sagen wir, er erhofft sich von seiner Tat
keinen Lohn von Allah und er fürchtet keine Strafe, wenn er es unterlässt, so hat er
sich dennoch zum guten Charakter beeilt. Denn so zu handeln, bringt weiter auf dem
Weg zur Errettung.“ Darauf sprach jemand zu Hadhrat Ali : „Hast du vom Gesandten
Allahs gehört, das es so ist?“ Er erwiderte: „Ja, ich habe das gehört! Ich habe
sogar etwas segenvolleres als dies gehört! Nämlich: Als von den Gefangenen des
Stammes Tayy die Leute gebracht wurden, erhebte sich eine Dschariya und sprach: „O
Muhammed! Ich bitte dich, lass mich frei! Ich will nicht ins lächerliche vor den
arabischen Stämmen geraten. Denn ich bin die Tochter des Führers meines Stammes.
Mein Vater beschützte die Menschen unter seiner Aufsicht, entließ die Gefangenen,
fütterte die Hungrigen, streute den Frieden und schickte keinen in der Not weg. Ich
bin die Tochter Hatim-i Tayys.“ Rasulullah hörte dies und sagte: „O Dschariya! Dies
sind die Eigenschaften eines wahren Gläubigen! Wenn dein Vater Muslim gewesen wäre,
hätten wir Barmherzigkeit für ihn gelesen. O meine Gefährten! Lasst diese Dschariya
gehen! Denn ihr Vater liebte das schöne vom Charakter und auch Allah liebt das
schöne vom Charakter.“[6] In dem Moment erhob sich der Sohn Niyars Abu Burda [7] und
sprach: „O Gesandter Allahs! Bedeutet dies, Allah liebt den guten Charakter?“
Rasulullah sagte: „Ich schwöre auf Allah, in dessen Hand meine Seele ist, in das
Paradies wird nur derjenige mit gutem Charakter eingehen!“
Muadh ibn Dschabal überliefert von dem Gesandten Allahs folgenden Hadith: „Wahrlich!
Allahu Taala hat die Din [Religion] des Islam mit den Schönheiten des Charakters und
mit den guten Taten umringt.“
Schöner sozialer Umgang, gutes zu tun, Weichheit zu zeigen, Segensvolles und
lohnreiches zu vollziehen, Essen zu verteilen, den Salam zu streuen, den kranken
Muslim zu besuchen – ob gerechter oder sünder -, das Totengebet eines Muslims
aufzusuchen, mit seinem Nachbarn – ob Kafir oder Muslim – gut umzugehen, den älteren
Muslimen Respekt zu zeigen, der Einladung zum Essen folge zu leisten und dafür eine
Dua zu machen, dem Muslim zu vergeben, Frieden zwischen den Menschen zu stiften,
großzügig sein, ehrenhaft sein, tolerant sein, als erstes Salam geben, den Zorn
schlucken, dem Volk verzeihen, die verbotenen Spiele und die Verbote des Islams zu
meiden, von verbotenem Gesang, von allen Geräten der nicht erlaubten Spiele und
Unterhaltungen vollkommen zu fliehen und sich davor zu bewahren, jegliches
Zupfinstrument zu spielen, von jeder hinterhältigen Sache sich fernzuhalten, üble
Nachrede, Lüge, Geiz, Knausern, jemanden Schwierigkeiten zu bereiten, Hinterhalte
aufzustellen, zu täuschen, zu verjagen, die Beziehung zwischen Muslimen zu brechen,
Verwandtschaftsbanden zu unterbrechen, schlechter Charakter, Arroganz, Stolz,
schwatzhaft sein, Hochmut, übermäßig zu reden, Obszön zu sein, zorning zu sein, zu
hassen, Horoskope zu betrachten, Unterdrückung, vor Demut und Gerechtigkeit zu
fliehen, all diese genannten Dinge entweder zu tun oder zu meiden, ist vom guten
Charakter.
Anas sagt: „Allahs Gesandter lud uns zu jedem guten Ratschlag ein. Er befahls uns
jeden guten Ratschlag. Es gab kein Übel, keine Schamhaftige Angelegenheit oder
Hinterhältigkeit, vor der er uns nicht bewahrt hat und welche er uns nicht verboten
hat.“
Für all dies genügt diese Ayat: „Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln),
uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er
verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist!“[16;90]
Muadh sagt: Rasulullah gab mir folgenden Ratschlag: „O Muadh! Ich rate dir
folgendes: Taqwa Allahs [Gottesfurcht], die Wahrheit zu sprechen, dein Wort zu
halten, das Anvertraute zu bewahren, den Verrat zu meiden, die Rechte des Nachbars
zu schützen, dem Waisen Barmherzigkeit zu zeigen, das sanfte Reden, das Salam geben,
das Gute zu tun, die Wünsche deines Lebens zu verringern [Langes vorraus planen],
dich an den Rock des Iman zu krallen, Verständissvoll im Quran zu sein, das Jenseits
zu lieben, dich vor der Rechenschaft zu bewahren und deine Flügel auszubreiten. Ich
waren dich vor folgendem: Irgendeinen Richter zu beleidigen, irgendetwas wahres zu
leugnen, irgendeinem Sünder zu gehorchen, irgendeinem gerechten Führer zu
rebellieren oder irgendein Tal zu zerstören. Ich rate dir neben jedem Stein, jedem
Baum, jeder Erde die Taqwa Allahs. Ich rate dir, für jede Sünde eine Reue zu zeigen.
Ich rate dir, deine geheimen Sünden im geheimen zu bereuen und deine offenen Sünden
im offenen zu bereuen.“[8]
Literatur: Ihyaulumuddin- by Imam Gazali Rametullahialeyh