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Anfänglich gehörte ‘Umar zu den Gegnern des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm; doch nach
seinem Übertritt zum Islam setzte er seine ganze Tatkraft für die Verbreitung des Glaubens ein.
Beispielhafte Frömmigkeit und Willensstärke zeichneten sein Charakterbild aus.
Mit dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, verband ihn eine tiefe Freundschaft, die
durch die Ehe des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, mit ‘Umars Tochter Hafsa noch gefestigt
wurde. Der Übertritt ‘Umars brachte für den Islam eine Wende. Vorher mußten die Muslime in ständiger
Furcht vor den Ungläubigen leben. Einige hatten ihren Glauben sogar vor den Makkanern verheimlicht.
Sie konnten ihre Gebete nicht in der Öffentlichkeit verrichten. Dies alles änderte sich, nachdem ‘Umar
Muslim geworden war. Als erstes rief ‘Umar die Oberen von Makka zusammen, und vor dieser
Versammlung erklärte er, ein Anhänger des Islam zu sein. Man starrte ihn schweigend an, niemand
konnte ein Wort der Entgegnung herausbringen.
In allen Schlachten und Unternehmungen stand ‘Umar dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm,
zur Seite. Seine Liebe zu Allah (t) und Seinem Propheten war groß, stärker als Blutsbande oder
Freundschaft.
Nach dem Tod des ersten Kalifen Abu Bakr wurde Umar zum zweiten Kalifen der Muslime gewählt. Nach
der großen Ausweitung des islamischen Reiches und während seiner langjährigen Amtszeit wurde Umar
(r), während er das Gebet verrichtete, von einem christlichen Sklaven erdolcht.
'Umar (r) lag in seinem Blut bis zum Ende des Gebets, dann wurde er heimgetragen.
"Wer ist mein Attentäter?" fragte 'Umar.
"Abu Lu'lu'a", sagten die Leute.
"Alles Lob gebührt Allah!" sagte 'Umar, "Es ist wenigstens kein Muslim, der mein Blut vergossen hat."
Als er sein Ende nahen fühlte, rief 'Umar seinen Sohn ´ Abdullah zu sich.
"Mein Sohn", sagte er, "gehe zu 'A'ischa; grüße sie von 'Umar. Sprich zu ihr nicht von mir als dem Führer
der Gläubigen; denn ich bin es nicht mehr. Übermittle ihr meinen letzten Wunsch, in ihrer Gruft an der
Seite des Gesandten Allahs und meines großen Vorgängers beigesetzt zu werden."
´A'ischa (r) weinte, als 'Abdullah ihr den Wunsch seines Vaters überbrachte.
"Ich wollte diesen Platz eigentlich für mein eigenes Grab freihalten, aber 'Umar gilt mir mehr", sagte sie.
'Abdullah brachte seinem Vater 'A'ischas Einverständnis.
"Alles Lob gebührt Allah!" sagte 'Umar. "Das war mein größter Lebenswunsch. Aber höre, 'mein Sohn,
wenn du meinen Leichnam zu 'A'ischas Gruft bringst, grüße sie nochmals von mir und bitte sie nochmals
um ihre Erlaubnis. Willigt sie ein, bestatte mich dort. Sonst bringe mich auf den Friedhof von AI-Madina."
'Umar war zehn Jahre und sechs Monate Kalif. Diese Periode wird als das "Goldene Zeitalter des Islam"
bezeichnet: Die zarte Pflanze, die der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, hinterlassen
und die Abu Bakr (r) gegen Stürme geschützt hatte, wuchs unter 'Umars unermüdlicher Pflege zu einem
hohen und weitverzweigten Baum heran. Der Islam wurde zu einer Weltmacht und konnte nun die Zeiten
überstehen.
Literatur:Perlen um den Propheten
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